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Ein unvergleichliches Ökosystem

 

Mausimaus

Helena legt sich ein richtiges Vokabular zu und fängt dafür mit den wichtigsten doppelsilbigen Wörtern an:

- PapPap (Papa)
- MamMam (Mama)
- NamNam oder *SchmatzSchmatz* (Alles in Zusammenhang mit Hunger und Essen)

Heute habe ich Helena mal durch die Wohnung getragen und mit ihr "besprochen", was es dort alles zu sehen gibt. Wir haben zum Beispiel gemeinsam vor dem badezimmerspiegel gestanden und ich hab ihr erklärt, dass das Baby da im Spiegel Helena ist. Sie hat sowohl mich als auch ihr Spiegelbild angebrabbelt: "dadadada dada! bebebeeeee bebebe". Dann sind wir auch zu ihrem Papa gegangen und ich hab ihr erklärt dass das "Der Papa" ist und es war fast so als würde sie es tatsächlich selber sagen:
"da baba(b)"

Süüüüüüß!

Wir sagen zu Helena jetzt nur mehr "Kim Possible" (Figur einer Zeichentrickserie). Ihr Papa turnt zwar öfters mit ihr herum und läßt sie z.B. rückwärts seine Beine hinunter rollen (mit Festhalten natürlich!), bis sie am Boden sitzt. Letztens hat sie ganz ohne, dass sie sollte einen wundersamen Stunt hingelegt:

Wir waren grad spazieren und ich saß mit ihr auf einer Parkbank, als ich sie ganz kurz in ihren Buggy setzte um etwas aus meinem Rucksack zu holen. Diesen Moment nutzte sie um vornüber aus dem Buggy raus zu purzeln. Allerdings fiel sie nicht so hinunter wie man erwarten könnte, sondern sank mehr so mit dem Kopf voran nach unten, als würde sie von einem Sicherungsseil hinunter gelassen werden (es war trotzdem noch schnell genug, dass ich nicht rechtzeitig nach ihr greifen konnte). Das ansonsten übliche Geräusch, welches man bei Aufprällen solcher Art erwarten würde, blieb aus. Weinen mußte Helena verständlicherweise aber trotzdem, da die rauhe Oberfläche des Straßenbelags ihr ein wenig die Haut seitlich an der Stirn abschürfte und man darf den Schock über das Geschehen ja auch nicht vergessen. Ansonsten hatte sie sich allerdings glücklicherweise nicht verletzt.

Nachdem ich die leicht blutende Abschürfung mit Wasser gereinigt hatte, legte ich noch ein mit eiskaltem Trinkbrunnenwasser getränktes Taschentuch darauf und "befestigte" es mit ihrer Mütze, die die Verletzung gut abdeckte. Hätte sie beim Fallen die Mütze getragen, wäre ihr wahrscheinlich überhaupt nichts passiert, allerdings hatte ich ihr diese - im Nachhinein betrachte leider - abgenommen, da es so heiß war. Ob es die Versorgung der Wunde oder einfach der eigenartige Sturz selbst war, Helena hat jedenfalls weder eine Beule noch ein Hämatom davon getragen. Auch von den Anzeichen einer möglichen Gehirnerschütterung keine Spur und auch ansonsten kein geändertes Verhalten.

Und da ich nicht an Schutzengel glaube, geh ich davon aus, dass Helena diesen gekonnten Stunt von sich aus hingelegt hat. Daher: Kim Possible

Detail am Rande: Als wir auf der Bank gesessen waren, hatte sich der Hund einer anderen Spaziergängerin in einiger Entfernung (aber jedenfalls näher bei uns, als bei seiner Herrin) nieder gelassen. Nach Helenas Sturz und ihrem Geschrei, war er dann ganz nahe an uns heran gerückt, fast so als hätte er uns "adoptiert" und fühlte sich gezwungen noch ein bisserl auf uns aufzupassen.

Das neueste Hobby unserer Tochter: das Mobile "leer pflücken". Klingt komisch, ist aber so.
Ihre Patin hat ihr vor einigen Wochen ein ganz tolles Mobile mitgebracht. Es ist aus Stoff. An grünen Schnüren hängen verschiedene Stoffinsekten wie ein Schmetterling, ein Marienkäfer, eine Raupe, eine Libelle sowie eine weiße Blüte an einem grünen Ring. Die eiznelnen Tierchen sind mit Klettverschlüssen an den Schnüren befestigt und können auch als Fingerpuppen verwendet werden.

Helena sitzt in letzter Zeit meistens ein wenig schräg unter dem Mobile und grapscht ganz gezielt und sehr geschickt, nach den Tierchen und rupft diese der Reihe nach von dem Mobile ab. Jedes erbeutete Tier wird erstmal ausgiebig abgelutscht, während Mama oder Papa ein neues Tierchen an der längsten Schnur befestigt.

Heute hat sie aber plötzlich ganz etwas anderes abgepflückt:
An meiner Hose hängt in einer Gürtelschlaufe meine neue Uhr in Form einer Eule. Und heute sitzen wir so nebeneinander auf der Couch und ehe ich mich versehe, hat unsere Maus die Eule im Griff (in der Tierwelt läuft es umgekehrt!). Keine Ahnung, wie sie das gemacht hat, aber sie hat sie unbemerkt von meiner Hose gepflückt. Ziemlich Langfinger-mäßig!

Ein beliebtes Spiel mit kleinen Kindern. Man hält ein Tuch zwischen sich und das Kind und fragt "Wo ist ... (Name es Kindes)?", nimmt das Tuch weg und strahlt das Kind mit einem erfreuten "Daaaa!" an. Das Kind wird das Spiel schnell lernen und zurück strahlen.
Kilian mochte es auch gerne, er hat das Tuch meist selber weg gerissen. Helena macht es ein wenig anders. Sie zerrt sich selbst z.B. eine Spuckwindel übers Gesicht, strampelt und rudert mit Armen und Beinen und erwartet, dass man das Tuch dann weg zieht und lächelnd "Daaaa!" ruft, worauf sie mit einem Strahlen und mitunter sogar juchzend antwortet.

Leider fängt sie damit immer an, wenn sie Aufmerksamkeit möchte, weshalb wir jetzt aufpassen müssen nur ja nichts in ihrer Nähe zu lassen, was sie sich mit einer Drehung schnappen und übers Gesicht ziehen könnte. Und wie ihr Strahlen jedesmal wieder beweist, handelt es sich nie um ein Versehen, sondern sie spielt wirklich.

Helena hat eigentlich schon ziemlich viel gelernt und "trainiert" auch tapfer. Sie wählt ganz gezielt aus, wer angelächelt wird, dreht sich zu ihrem Lieblings-Großenbruder Kilian hin, wenn er um sie herum hüpft.
Sie angelt nach den bunten Spielsachen, die man ihr vor die Nase hält und hält diese -einmal erwischt - auch fest.
Wenn man sie in Rückenlage in den Sitz zieht, hält sie sich fest und hält auch ihren Kopf gut selber. An ihrem Grinsen und Lachen erkennt man auch, dass sie gerne den Überblick des "Sitzens" genießt.
Durch heftiges Strampeln und Abstoßen schiebt sie sich auch schon mal im Babybett bis ans Kopfende
Außerdem zieht sie ihre Beine (in Rückenlage) nicht nur zum Strampeln an, sondern versucht auch schon sich durch die Gewichtsverlagerung mehr oder weniger gezielt auf die Seite fallen zu lassen.
Die Bauchlage kann sie aber nach wie vor nicht leiden. Heute hat sie mich anfangs zwar ganz kurz - wohl versehentlich - angelächelt, dann fing aber auch gleich wieder das Jammern an, was sich in lautstarkes Schimpfen steigerte. Sie hebt zwar den Kopf, verweigert aber jegliche "Armarbeit". Mit den Füßen strampelt sie auch in der Bauchlage heftigst, zieht diese sogar bis unter den Bauch und könnte sich damit fast wieder selbst auf den Rücken drehen (hätte Mama ihre Arme nicht nach vorne gelegt, damit sie es vielleicht doch mit dem Abstützen versucht).

Und auch keine Nebenwirkungen. Verspricht zumindest der Beipackzettel der bekannten Saab-Tropfen (häufig verschrieben bei Blähungen und 3-Monats-Koliken von Säuglingen).

Ich bin mir nicht so sicher. An der Wirkung der Tropfen hat sich meiner Beobachtung nach nichts verändert, aber Helena hat sich daran "gewöhnt", allerdings in dem Sinne, dass sie die süßen Tropfen nicht missen möchte. Immerhin ist es abgesehen von Mamas Milch derzeit das einzige Geschmackserlebnis, welches wir dem Schleckermäulchen zugestehen. Und ich kann ihre Begeisterung verstehen, sollten die Tropfen tatsächlich so schmecken, wie sie riechen, denn sie verbreiten stets einen angenehmen Duft nach Vanillepudding.

Kaum liegt unsere Kleine auf der Wickelkommode, fängt sie auch schon erwartungsvoll an zu schmatzen. Und seit sie sich im Greifen übt, versucht sie außerdem immer wieder nach dem Behältnis neben der Wickelauflage zu angeln, in dem die Flasche mit den Saab-Tropfen und diverse andere Utensilien bislang sicher aufbewahrt wurden.

In der Brust unserer Tochter, wohnen wohl "zwei Seelen":
  1. die Strahlende: Wenn sie uns ihr bezauberndes Lächeln schenkt, erscheint sie strahlend, wie jene mythologische Helena, Tochter des Zeus, welche aus einem Ei schlüpfte
  2. die Zornige: wie verwandelt scheint Helena, aber wenn Mama und Papa es nicht schaffen, ihre Probleme (Bauchweh o.ä.) schnellstens zu lösen. Ihr Zorn lässt dann weniger an die Zeustochter, sondern vielmehr an deren Mutter (zumindest manchen Mythen zufolge), die Göttin Nemesis, denken

Früh übt sich, was ein Schwafler werden will. Das sieht Helena natürlich genauso und fängt bereits mit modulierten "A"-Lautketten an, was sich fast wie eine eigene Sprache anhört.
Zusätzlich zum Greifen eine interessante Kontaktmöglichkeit.

Was unserer Helena allerdings nach wie vor nicht behagt ist die Bauchlage. Leider ist sie aus diesem Grund auch nicht sonderlich geübt und stützt sich noch nicht auf für mehr Rundblick. Da brüllt sie lieber wie am Spieß, damit man sie umdreht.

Noch relativ unkoordiniert aber auf hartnäckige Weise versucht Helena sich die Welt buchstäblich begreifbar zu machen. Und weil sie dort die meiste Erfahrung hat, führt der erste Weg häufig von der Hand zum Mund.

Leider verhindert Mama so manches interessante Geschmackserlebnis. Gerade noch ist die Hand - patsch! - erfolgreich mitten auf einem Stück Pizza gelandet, da wischt Mama auch schon den letzten Rest dieser faszinierenden Sauce von den Fingern. Wirklich schade!