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Ein unvergleichliches Ökosystem

 

Kilianary

Nächtens - Mama wird natürlich nicht richtig wach - steht Sohnemann vor dem Bett, jammert etwas über Albträume und informiert, dass er seine Schlafstätte ins Wohnzimmer verlegt. Wenig begeistert, nehm ich es zur Kenntnis und schlafe weiter.

Morgens steht die Rückübersiedlung ins Schlafzimmer an. Kopfschüttelnd bemerke ich, dass das "leere" Bett in Wirklichkeit voller Bücher ist, welche Kilian offensichtlich zum Einschlafen noch anschauen wollte.
"Kein Wunder, dass er nicht schlafen kann und Albträume bekommt, wenn er auf den ganzen Büchern liegt", meine ich zu Göttergatte, "Das ist ja wie bei der Prinzessin auf der Erbse!"

Da tönt Kilian grinsend: "Nicht Prinzessin auf der Erbse, sondern Prinz auf den Büchern."

Ein Gespräch mit Kilian auf dem Weg zur Bushaltestelle.

K: "Wenn ich groß bin und Kinder habe, Mädchen oder Buben, nehme ich sie mit zur Arbeit."
M: "Weißt du schon, was du arbeiten / werden möchtest?"
K: "Ja, ich möchte andere verführen, also Busfahrer werden."
...
K: "Oder im Haus arbeiten!"
M: "Es gibt ja viele verschiedene Berufe."
Ich nenne einige Berufe wie Tischler, Zugführer, Friseur, Lehrer, Verkäufer, usw. und beschreibe, was und wo man da jeweils arbeitet.
K: "Zugfahrer! Ja, oder vielleicht doch lieber im Haus, so wie Papa vielleicht."
K: "Wo Papa arbeitet... wenn ich groß bin und dort ist ein Platz frei, möchte ich dort arbeiten wo Papa arbeitet."
Ich nicke zustimmend.
K: "Und meine Frau macht dann das Gleiche wie du!"
M: "Aha?"
K: "Ja... lernen!" (Ich studiere)
M: "Das kannst du aber auch machen... lernen, also studieren, wenn du möchtest."
K: "Nein, ich arbeite lieber."

Also eigentlich war Kilians Frage letztens: "Woher kommen die Männer... auch aus dem Bauch?" Auf sanftes Nachfragen hin erfuhr ich, dass es um die Frage geht, wo die ersten Menschen her kamen. Also sozusagen die Sache mit dem Huhn und dem Ei. Ich schlug vor, dass die ersten Menschen möglicherweise aus der Erde gewachsen sind. Da verblüffte mich Sohnemann regelrecht mit der Rückfrage: "Und wer hat die Menschen eingesät?"

Ich schlug mal vor, dass die Götter vielleicht was damit zu tun haben könnten. Da wollte er natürlich wissen, ob denn die Götter schon immer da waren. Ich gab ehrlich zu, dass ich das nicht wußte. Und nachdem Kilian leicht grüblerisch ins trüb-nebelige Regenwetter hinaus geschaut hatte, erklärte er:
"Zuerst war der Himmel da... aus dem Nebel sind dann die Götter gewachsen!"

Sohnemann wird am kommenden Sonntag 5 Jahre alt. Am Samstag haben wir einige Kinder zu einer Geburtstagsparty eingeladen und am Montag wird im Kindergarten gefeiert.
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Für den Kindergartengeburtstag sind kleine Geschenke für 15 Kinder vorzubereiten (angesichts des Jahresmottos "Tiere" haben wir uns dazu entschieden aus Maoampäckchen, Krepppapier, Tonpapier udn Pfeifenputzern "Süße Bienen" zu basteln). Außerdem müssen wir ja auch etwas für seine Geburtstagsjause mitbringen. Nachdem die meisten anderen Kinder aus RÜcksicht auf seinen Diabetes Piccolinis (Pizettis, Minipizzen) mitbringen, habe ich mich für einen Kuchen entschieden. Um diesen kümmere ich mich allerdings erst am Sonntag, ebenso wie um die Bienen.

Der Sonntag wird also eher ein Vorbereitungstag für den Kindergartengeburtstag, als dass wir selber feiern. Naja, der Frühstückstisch wird sicher unter den ganzen gesammelten Geschenken zusammenbrechen, aber davon abgesehen...

Auch die Vorbereitungen für den Kindergeburtstag sind in vollem Gang. Dort haben wir uns schon vor Monaten auf das allgemeine Motto "Tiere" geeinigt. Noch in den Ferien habe ich die Einladungen gebastelt mit Fingerpuppen aus Tonpapier. Immerhin haben wir heuer sechs Zusagen nach den 7 Einladungen. Ein ungewöhnlich guter Schnitt. Ich hoffe dass auch niemand mehr kurzfristig absagen muss. Leider kann ausgerechnet Kilians liebste Kindergartenfreundin nicht kommen, aber das ist einfach Pech.
Mittlerweile habe ich Seidenpapierschmetterlinge gebastelt (diese können dann mit Strohhalmen aus einem Müllsackteich gerettet werden), ein Set zum Dosenschießen (leere Cappuccinodosen mit Geschenkpapier im Animalprint beklebt), einen großen Esel um ihm geflochtene Wollschwänze anzuhängen, eine etwa 65 Zentimeter hohe Pinata in Eulengestalt und viele Bärenpfotenabdrücke für eine "Spurensuche". Einige letzte Dinge sind noch zu erledigen und am Samstag wird natürlich noch dekoriert, mit Luftballons und vielen stofftieren. Freundlicherweise haben mir meine Großeltern angeboten bei ihnen im Haus zu feiern. Bei schönem Wetter könnten wir den Großteil der Spiele auch im Freien machen, aber leider schaut der Wetterbericht eher schlecht aus.

Derzeit habe ich jedenfalls kaum ewas anderes, als den Geburtstag im Kopf, aber Kilian sieht es glücklicherweise noch ziemlich gelassen.

Gestern waren wir "on tour". Unterwegs fuhren wir an einer der unzähligen Sommerbaustellen vorbei und als Kilian ganz wichtig erklärte, dass man hier vorsichtig und langsam fahren müsse, gebrauchte er auch den schönen Begriff des "Buddelschildes", als Bezeichnung für das Verkehrszeichen, welches die Baustelle anzeigte.

Nach unserem Besuch des Knödelfestes und dem Genuss diverser Leckereien (traditionell trinke ich mindestens zwei Mango Lassi... und Helena haben diese mindestens ebenso gut geschmeckt!), musste unser Bürschchen vor der Heimfahrt nochmal ganz dringend auf die Toilette. Er zappelte furchtbar herum und fragte aufgeregt nach Hilfe, obwohl er normalerweise recht gut alleine zurecht kommt. Als sich sein Papa daran machte ihm zu helfen, erklärte Kilian aufgeregt: "Ich weiß nicht, welcher der Duftknopf ist!". Na, das war ja knapp ;)

Kilian ist zum Geburtstag eines Mädchens aus seinem Kindergarten eingeladen. Um eine Idee zu bekommen, was wir ihr als Geschenk mitbringen können, habe ich ihn gefragt ob er weiß, was sie gerne mag.
Daraufhin schüttelte er leicht den Kopf und sagte: “Ich weiß nit, was N. mag.“
Ich versuchte es durch sanftes Nachfragen doch noch zu ergründen und fragte, was sie denn im Kindergarten gemeinsam spielen. Er schüttelte immer noch den Kopf.

Nach einer Weile ging ein Strahlen über sein Gesicht und er erklärte:
„Ich weiß was Mädchen mögen! Prinzessinnen (sein/spielen). Weil Prinzessinnen sind Mädchen und das mögen sie gerne.“

Ich wage zu behaupten, dass er da absolut recht hat. Die meisten Mädchen, egal ob groß oder klein, würden insgeheim gerne mal Prinzessin sein… die einen halt eher Zuckerl-Bausch-Prinzessinnen, andere Wilde-Hexenschwester-Prinzessinnen und wieder andere düstere Goth-Prinzessinnen.

Als ich Kilian vom Kindergarten abholte, ging natürlich prompt ein kurzer Sommerregen nieder. Da erklärte Kilian: "Bestimmt weinen die Wolken weil keine Sonne mehr scheint und sie nicht in Ruhe schlafen können. Und deshalb kommt alles runter."

Vor dem verlängerten Wochenende (Donnerstag = Feiertag und Freitag auch gleich kindergartenfrei) findet am Mittwoch noch ein Kindergarten-Familienfest statt. Was mir bis heute entgangen ist, war die Tatsache, dass aus diesem Grund bzw. vielmehr aufgrund der notwendigen Vorbereitungen am Mittwoch vormittags grundsätzlich auch kein Kindergartenbetrieb stattfindet. Ein Fest im Kindergarten bedeutet also auch für die Eltern sich frei zu nehmen und das obwohl man eh schon mit dem Fenstertag schauen muss wie man zu einer entsprechenden Betreuung kommt.
Ich bin ja glücklicherweise derzeit noch in Karrenz zuhause, allerdings muss ich auch meine Planung umstellen, da ich nun zwei Mahlzeiten für Sohnemann einplanen muss, die ich eigentlich nicht vorgesehen hatte (normalerweise isst er im Kindergarten).

Ganz abgesehen vom für mich unerwarteten zusätzlichen Aufwand (ja, ich hatte diese Info einfach überlesen... naja, bei Fließtext krieg ich im Vorbeifliegen eben nicht alle wichtige Inhalte mit, wenn diese nicht hervor gehoben sind) freue ich mich aber auf das Fest und hoffe auf gutes Wetter, da dieses im Garten statt finden soll. Um "ganz für Kilian" da sein zu können habe ich sogar Oma ums Babysitten unserer Kleinen gebeten. Jetzt ist nur noch die Frage ob mein Mann auch dabei sein kann und möchte (er müsste sich ja wirklich extra frei nehmen).

Kilian ist regelrecht vernarrt in unser Nachbarmädchen, das in etwa in seinem Alter ist. Ständig möchte er mit ihr spielen und er hat sich letztens auch gefreut, als sie ihn zu ihrer morgigen Geburtstagsfeier eingeladen hat. Wir haben schon fleissig gebastelt. Da das Mädchen Lilifee und überhaupt alles prinzessinenhafte mag, schaut das Geschenk entsprechend aus: ein Buch mit Geschichten und Aktivitäten für alle Mädchen, die gerne Prinzessin wären und andere Königstöchter, ein Rätselbuch zum Thema Prinzessinnen und eine Prinzessin Lilifee-Schokolade. Außerdem hat ihr Kilian eine schöne Kette gebastelt und dazu passend ein Armband. Das alles haben wir in Rosa eingepackt, dazu eine Serviettenblume und eine selbstgebastelte Glückwunschkarte mit gefaltetem Schmetterling.Geschenk für eine FünfjährigeJa wir sind mit dem Geschenk beide sehr zufrieden. Allerdings ist Kilian seit heute krank, blieb sogar zuhause und hat nachmittags leichtes Fieber bekommen, die Zuckerwerte spinnen mal wieder und er ist ziemlich schlapp. In der Verfassung wird er wohl vermutlich nicht mit seiner Freundin Geburtstag feiern können und das tut mir ehrlich leid für ihn. Ich hab ihm das schon vorsichtig mitgeteilt und er nimmt er bislang gelassen. Eigentlich hatte ich ja gehofft, dass es ihm besser geht, wenn er heute zuhause bleibt.

Kilians Osterbasteleien
Nachträglich einige Basteleien, die Kilian vor und in den Osterferien gemacht hat.
Darunter gibt es:
  • ein Wollschaf aus einer Klorolle (bzw. eigentlich haben wir zwei gebastelt)
  • einige Eierschalenhälfte, die mit Kresse bepflanzt wurden... für zwei davon haben wir aus Papier noch Hände und Füße zum Dranstecken gebastelt
  • eine papierene Einkaufstüte, die Kilian im Kindergarten zu einem Oster-Sackerl-Hühnchen verbastelt hat
  • marmorierte Plastikeier für den Osterstrauch
  • ein gelbes Küken, das er bei einem Bastelworkshop im Kaufhaus gemacht hat
  • und natürlich bemalte und gefärbte Eier. Als Kilian bemerkte, dass die Stifte von den Eierschalen wieder auf seine Finger abfärben, hat er allerdings schnell mit dem Malen aufgehört.. so gab es heuer nur eineinhalb von ihm bemalte Eier.
08032202